Wie sich neue Technologien auf Kleinkinder auswirken

Ob in der Antike, dem Mittelalter oder der beginnenden Neuzeit – über Jahrhunderte hinweg war Kinderspielzeug auf wenige verschiedene Varianten beschränkt. Puppen von Tier und Mensch, Wägen aus Holz oder einfache Bälle, mehr brauchten die damaligen Kinder nicht um glücklich spielen zu können. Mit dem Aufkommen von Elektronik und Computern änderte sich auch das Kinderspielzeug maßgeblich.

Eigene Spiel- und Lerncomputer speziell für Kinder, sprechende und selbständig gehende Puppen oder ferngesteuerte Autos kamen auf den Markt. In den letzten Jahren zeigte sich jedoch ein neuer Trend. Häufig spielen bereits Kleinkinder mit Handy oder Tablett. Die Bedienung ist kinderleicht. Was die Eltern machen ist natürlich auch für das Kind interessant. Doch wie wirken sich diese Geräte auf die Entwicklung des Hirns von Kindern aus?

Bleckmann Studien (USA) hat sich dem Thema genauer gewidmet

Laut dieser Studie sinkt die direkte Kommunikation mit Kindern, in Familien, welche sich ständig mittels Smartphone oder Tablett im Internet bewegen drastisch. Doch damit nicht genug. Spielen die Kinder selbst damit, so kann dies tatsächlich negative Konsequenzen haben, während hingegen, vor allem für Kinder unter 18 Monaten, keinerlei positive Effekte nachgewiesen werden konnten.

Was sich jedoch zeigte ist, dass sich vor allem das Belohnungsverhalten von Kindern deutlich ändert. Während früher in aller Ruhe mit den Bauklötzen gespielt wurde, und dann nach langer Arbeit / Spiel das fertige Bauwerk von den Eltern gelobt wurde, so erhält man bei den verschiedenen Apps am Handy bereits nach wenigen erfolgreichen Minuten einen neuen Level, eine neue Belohnung. Durch dies ist es unweigerlich, dass Kinder keine Geduld aufbauen, und alles am liebsten sofort erhalten.

Ergebnisse der Universität Ulm ergänzen das Bild

Auch führen Smartphones in gewissen Umfang zur Desozialisierung der Kinder. Natürlich wird nach wie vor immer noch mit Freunden gespielt, das Hauptaugenmerk kann jedoch häufig auf den elektronischen Geräten anstelle des sozialen Umgangs miteinander liegen.

Dadurch wird verlernt wie man mit anderen Menschen umgehen kann, es wird verlernt welche Bedeutung die Stimmlage, die Emotionen und natürlich auch die Mimik des Gegenübers bedeutet. Christian Montag von der Universität Ulm betont jedoch, dass es sich hierbei naturgemäß noch nicht um Langzeitstudien handelt, da die erste Generation der Smartphones ja gerade mal ein wenig über zehn Jahre alt ist.

Wie können beziehungsweise sollen Eltern mit Smartphones umgehen?

Allen voran gilt es, vor allem für Kleinkinder so gut wie möglich vollständig auf Telefon, Tablett und spezielle Apps zu verzichten. Deswegen wird die Lernleistung des Kindes in der Schule keinesfalls geschmälert, eher sogar gesteigert. In zunehmenden Alter ist es natürlich schwierig, Kinder komplett von diesen faszinierenden Spielzeugen fernzuhalten.

Doch es ist empfohlen, zu Beginn spezielle „Handy-Zeiten“, später „Handy freie Zeiten“ einzuführen und sich genau daran zu halten. Und natürlich gilt es, dem Nachwuchs mit gutem Beispiel voran zu gehen. Und wenn man ehrlich zu sich selbst ist, schadet das auch niemanden. Wer hat den nun tatsächlich ab Abend noch Interesse daran ob berufliche Emails eingegangen sind? Einfach mal das Handy zur Seite legen und Geist und Körper entspannen!

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Author: admin

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